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Seminarbericht über die Hausdörfer-Woche auf Sylt, Mai 2016

Auch in diesem Jahr fand die nun schon traditionelle Seminarwoche unter der wunderbaren Organisation von Claudia Steinke wieder statt. Diese Woche stand ganz im Zeichen von der traditionellen Hausdörfermethode! Es war schön, dass in diesem Jahr Jan Heuvel wieder als Referent gewonnen werden konnte, man hat in dieser Woche erfahren, wie sehr er „Hausdörfer lebt“ und brachte allen Teilnehmern in unerschütterlicher Weise Tag für Tag dem eigentlichen Kern des Problems näher. Das Seminar ging täglich von 09:30 – 12:30 Uhr, danach verwöhnte uns unsere Küchenfee Doris mit leckeren Speisen, es wurde jeden Tag zusammen gekocht und zubereitet.

An den Vormittagen ging es darum, dass wir als Seminarteilnehmer den wirklichen Kern verstehen, wir haben nämlich keinen „Sprachfehler“, sondern „nur“ eine sehr ängstliche Erregung im Sprachbereich in vielen Situationen, die sich in den vielen Jahren des Stotterns aufgebaut hat – und genau darum ging es in dieser Woche, wir wollten an unserer ängstlichen Erregung arbeiten, wir wollten eine „dickere Haut“ bekommen – uns abhärten. Dazu gehört bei Hausdörfer, das man den Ton zu Hilfe nimmt (beim Singen kann man auch nicht stottern), wir haben das Sprachgesetz (Sprache ist Ton und Ton machen kann jeder) kennengelernt, wir haben festgestellt durch viele Übungen, das wir unseren Ton lenken und steuern können, was in der Selbsthilfe leider zu oft mit dem Tönen verwechselt wird, was dann auch zu einer Sprechtechnik führen kann – und genau eine Sprechtechnik wollen wir nicht! Wir stellten viele Fragen, konnten uns in vielen Übungen beweisen, dass wir sprechen können und die vielen guten Erklärungen und Denkansätze von Jan Heuvel brachten uns jeden Tag ein Stück weiter. Wir lernten einen zirkumambullierenden Prozess kennen, der nämlich den Kern des Problems immer wieder von verschiedenen Seiten beleuchtet und uns viele verschiedene Lösungsansätze zur Verfügung stellt. Wir erfuhren, dass jeder es auf seine eigene Weise machen muss und seine eigenen Erfahrungen leben muss, um es wirklich zu verstehen, das ist manchmal gar nicht so einfach für jeden einzelnen, aber wir als Gruppe und auch jeder einzelne machten tolle Fortschritte.

Die Nachmittage wurden mit gemeinsamen Aktivitäten ausgefüllt, wir machten lange Spaziergänge, Wattwanderungen oder Fahrradtouren, jeder hatte die Chance das Erlernte auszuprobieren  und über seinen eigenen Schatten zu springen. An den Abenden wurde viel erzählt, diskutiert, Tischtennis gespielt oder noch mal schnell der Sonnenuntergang am nahegelegenen Strand beobachtet. Ich selbst bin nach fast 10 Jahren mal wieder nach Sylt gekommen und fand eine wunderbare Gruppe vor, die sehr intensiv am Seminar teilnahm, der Spaß kam dabei nicht zu kurz! Noch einmal einen herzlichen Dank an die Organisatorin Claudia, unsere wunderbare Chefköchin Doris, an Jan Heuvel für die unermüdlichen Erklärungen und an die ganze Gruppe für die wunderbare Woche auf der schönen Nordseeinsel Sylt!

Bis zu nächsten Jahr 😉

Bericht von Guido Rohrbeck aus Berlin