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Gerald

07.07.2005

Hallo, mein Name ist Gerald und ich bin 20 Jahre jung.
Nachdem ich endlich mal etwas (Wirkungsvolles) gegen mein Stottern unternehmen wollte, bin ich via Internet auf das Buch von Oskar Hausdörfer „Durch Nacht zum Licht” gestoßen. Ich kaufte es mir und war sofort beeindruckt. Nach all den vielen Büchern die ich bisher über das Stottern gelesen hatte, bekam ich zum ersten Mal das Gefühl, dass da jemand ist, dem es genau so geht wie mir und der einen plausiblen Weg erläutert, um vom Stottern frei zu werden.

Endlich wusste ich, dass ich es definitiv schaffen kann, natürlich zu sprechen, wie jeder andere auch, dass ich nun den richtigen Weg gefunden hatte. Doch mir kamen auch viele Fragen. Ich wusste nicht, was genau Herr Hausdörfer mit dem beschriebenen „Tönen” meint und mir fehlte die Fähigkeit, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen.

Deshalb nahm ich an dem Wochenend-Seminar „Oscar Hausdörfer und nicht irgendwas”, mit den Referenten Jan Heuvel, Manfred, Johannes und dem Gast-Referent Franz Josef Neffe teil, auf das ich nun näher eingehen möchte.

Am Freitag-Abend ging es Richtung Hagen-Berchum los, voller Vorfreude, aber auch etwas ängstlich und skeptisch, was mich da nun erwarten würde. Ich hatte wirklich überhaupt keine Ahnung, da dies meine erste Selbsthilfeerfahrung war und ließ die Dinge darum einfach auf mich zukommen.
Für mich begann der Abend mit dem Abendessen, da ich wegen eines Staus etwas später eintraf. Schnell merkte ich, dass die angenehm kleine Gruppe von neun Leuten und die Referenten allesamt sehr freundlich sind, wodurch sich meine Nervosität legte.

Nachdem wir uns alle bekannt gemacht hatten, begann am Abend das erste Phlegmatraining mit Jan, welches sehr wichtig ist, wie ich inzwischen im Alltag immer mehr bemerke. Man darf sich wirklich vor nichts und niemanden den Kopf zerbrechen, wie man nun spricht. Zumal es Blödsinn ist, sich auch noch die Probleme von anderen aufzulasten. Wenn man auffällig spricht resp. tönt und das Umfeld damit ein Problem hat, dann ist das erstmal nicht mein Problem! Trotzdem passiert es natürlich leicht so zu denken, aber Phlegma ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die man sich aneignen muss, um frei zu werden.

Der Freitag-Abend klang in gemütlichen Gesprächen aus und so ging es auf die schön eingerichteten Zimmer, die im Übrigen, wie das gesamte Haus und das Essen sehr gut waren!

Am Samstag konzentrierten wir uns auf das Tönen, das Mittel, um Sprechruhe zu erlangen. Es war für mich faszinierend zu sehen, dass das Tönen einem so viel Sprechruhe gibt, dass man fließend sprechen resp. tönen kann. Natürlich war es auch ungewohnt, den Ton so bewusst und auch extra auffällig zu steuern, aber ich merkte, dass es mir wirklich hilft, weil man in jeder Situation einen Ton bilden kann, was einem Sicherheit gibt. In weiteren Arbeitskreisen lernte ich das Sprechen anders zu sehen bzw. ich sah es eben nicht mehr, ich hörte es! Uns wurden die Ursachen unseres Stotterns einleuchtend erklärt und wir erfuhren einiges über Suggestion. Nachdem wir die Abläufe beim Sprechen verstanden hatten, wurde uns ein Weg gezeigt, um aus unseren alten Gewohnheiten beim Sprechen herauszukommen, um so frei zu werden. Ich fand alles sehr einleuchtend und merkte auf Grund der Übungen, dass die Theorie sich auch in die Praxis umsetzen lässt.
Auch dieser Tag endete sehr entspannt mit dem neu erlernten Wissen über das Tönen und die Sprechruhe.

Am Sonntag wurde noch einmal alles zusammengefasst und wir wurden darauf eingestellt, unseren Weg, um frei zu werden nun auch im Alltag umzusetzen. Nach der Reflexion des Wochenendes endete das Seminar gemütlich bei Kaffee und Kuchen. Also machte ich mich wieder, frohen Mutes und fest entschlossen das Gelernte umzusetzen auf den Heimweg.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mit diesem Seminar total zufrieden war! Die Organisation war wirklich topp und die Atmosphäre super. Ich habe einen Weg aufgezeigt bekommen, wie ich natürlich sprechen kann und was will ich mehr! Natürlich bin ich noch nicht direkt frei, das wäre nach so einer langen Zeit des Stotterns auch sehr außergewöhnlich, aber ich bin auf dem Weg frei zu werden. Ich habe an diesem Wochenende alles mitbekommen, was ich dafür brauche und nun liegt es an mir, diesen Weg bis zum Ende zu gehen. Und das werde ich, auch wenn ich schon nach vier Tagen im Alltag sagen kann, dass mir noch einige Fehler unterlaufen. Aber immerhin kann ich nun meine Fehler erkennen, daraus lernen und es besser machen. Natürlich ist es auch nicht einfach, immer bewusst auf den Ton zu hören und zu tönen, schließlich habe ich das mein bisheriges Leben nie gemacht. Aber die Mühe ist es mir wert, wenn ich daran denke, was mir mein Stottern schon für Mühe gekostet hat!

Ich kann dieses Seminar wirklich uneingeschränkt weiterempfehlen und möchte darum an dieser Stelle auch noch einmal besonders den vier Referenten Jan, Manfred, Johannes und Franz Josef danken.

– Der Weg ist das Ziel –

In diesem Sinne,

Gerald

Gerald

Gerald